Geschichte

Kirche / Glocken / Kirchturm

Die Kirche wurde im Jahre 1461 erbaut. An dieser Stelle stand früher eine Galluskapelle. Deren Nordmauer sowie der Turm wurde in den Neubau einbezogen. Die Reformation fand in der Zeit von 1525 bis 1530 statt. Damals wurden wohl die drei Altäre aus der Kirche entfernt. Hundert Jahre später wurden die Bilder übermalt. Anlässlich der Renovation von 1830/31 verschwanden die angeschriebenen Familiensitze aus der Kirche, was heftige Streitigkeiten zur Folge hatte. Die Renovation von 1938 gab schliesslich unserem Gotteshaus das gegenwärtige Aussehen. Dabei kam auch ein altes Wandbild zum Vorschein, das den Gnadenstuhl Gottes und den Tod Marias zeigt. In der Mitte sind Erasmus, Johannes der Täufer und Gallus abgebildet.

Bereits im Jahre 1808 spielte in unserer Kirche zum ersten Mal eine Orgel. Als Standort für dieses Instrument wurde die Empore gewählt. Nach etwelchen Schwierigkeiten wurde 1810 bei Georg Hammer in Schiers eine neue Orgel in Auftrag gegeben, diese tat ihren Dienst bis in die 30er Jahre. Die heutige Orgel stammt von der Firma Metzler in Dietikon. Sie wurde 1970 an ihrem neuen Standort im Kirchenschiff aufgebaut. 

1749 wurde am Turm die erste Uhr angebracht, doch schon 1793 musste das Werk durch ein Neues ersetzt werden. Im Turm hängen 2 Glocken. Die Grössere hat einen Durchmesser von 100 cm. Sie wurde 1487 gegossen. Ihre Inschrift lautet: "O König der Herrlichkeit komm mit Frieden". Die kleine Glocke mit einem Durchmesser von 81 cm stammt aus dem Jahr 1707. Auf ihr lesen wir: "Nicht Lärm, sondern Liebe tönet wohl in Gottes Ohren" und "Zum Lob Gottes rufe ich das Volk, das sich zur Kirche sammeln soll". Die dritte und kleinste Glocke hängt im Heimatmuseum Rosengarten Grüsch. Sie dürfte aus dem 13. Jh. stammen. 2005 wurden die Aufhängevorrichtungen der Glocken erneuert.

Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1628. Während der Renovation von 1830 wurde sie umplatziert. Dabei wurde eine Wand entfernt. Somit fehlt nun der Anfang der zwei Sprüche, die ringsum laufen.

Der Kirchturm wurde im Sommer 2014 mit Lärchenschindeln neu eingedeckt und aussen renoviert. Selbstverständlich sind auch die Metallteile, wie Kugel, Güggel und Konsorten von der Kirchturmspitze montiert und einer Generalüberholung unterzogen worden. Dass sich in der Kugel Schriften befanden, wusste man, aber nicht was für welche. Vier Zinkblechkapseln, luftdicht verschlossen, fand man vor. Sämtliche Dokumente stammen aus der Zeit der letzten Dach-Renovation im Jahr 1952. Ein Schulheft, Lebensmittelmarken aus Kriegszeiten, Beschriebe der Gemeinde, der Landwirtschaft, eine Zählung aller Haushalte und der darin lebenden Personen und des Gewerbes kamen zum Vorschein. 

Mindestens 70 Jahre, so meinte Andres Walli, der Zuständige für öffentliche Bauten, sollte das neue, vierfach-gedeckte Schindeldach aus Fideriser Lärche halten. 

Kirchenrenovation 2020

Eine Kirchenrenovation die sich aufdrängte

 

Unsere Kirche aus dem 15. Jahrhundert steht markant am Dorfrand. Als 2014 der Kirchturm erneuert wurde, bat man die Fachleute, auch die Kirche genauer zu untersuchen. Schon lange beklagten sich BesucherInnen über einen unangenehmen muffeligen Geschmack. Die Ursache: grosse Teile des Bodens waren morsch und die Feuchtigkeit hatte die Mauern angegriffen.

Nach einer Projektstudie im Jahr 2018 wurde klar, dass eine umfassende Sanierung innen und aussen nötig war. Die Wände mussten aussen abgedichtet und entwässert werden. Die Abdichtung des Daches gehörte dazu, wie auch die Erneuerung des bestehenden Bodens. Selbstverständlich wurden einige energetische Massnahmen mit eingeplant und auch die Mauern sollten ausgebessert und gestrichen  werden. Das alles hatte seinen Preis: Mit Gesamtkosten von 600‘000 Franken wird es die grösste Investition der Fideriser Kirchgemeinde. 2019 konnte das grosse Projekt in Angriff genommen werden. Möglich wurde dies dank vielen kleinen Spenden, aber auch dank Beiträgen der Kantonalkirche, zweier Stiftungen und der Denkmalpflege.

Wir denken, dass die Sanierungsarbeiten im Sommer 2020 abgeschlossen werden können.